Wozu eine Gesamt- und keine Einzellösungen?

In meinem letzten Blogbeitrag haben Sie erfahren, dass sich die Rechtslage durch das 2021 verabschiedete Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz geändert hat und es Mietern nun zusteht, sich eine eigene Wallbox zu installieren zu lassen. Die Situation war zu Beginn allerdings noch eine andere als jetzt. Zu Recht haben sich viele Mieter schnell um einen Elektriker gekümmert, der die Wallbox vom Anbieter seiner Wahl bezogen und installiert hat. Und genau hier liegt der Knackpunkt: In ein und derselben Tiefgarage wurden und werden auch weiterhin verschiedene Wallboxen installiert, welche sich ein Stück weiter vorne den gleichen Netzanschluss des Gebäudes teilen.

Inzwischen wurde die Rechtslage so abgeändert, dass die Verantwortung bei der Errichtung von Ladehardware nun nicht mehr beim Einzelnen, sondern in der Gruppe liegt.

In diesem Artikel erfahren Sie was die Werte „Gemeinschaftsdenken“ und „Fairness“ mit einer Ladeinfrastruktur zu tun haben und warum es so wichtig ist, die Wallboxen in einer Tiefgarage von einem einheitlichen Anbieter zu beziehen.

Zunächst aber ein paar einleitende Informationen zur parallelen Nutzung unterschiedlicher Wallboxen: Umgangssprachlich nennen wir eine solche Situation „Wildwuchs“. Das trifft es aber genau auf den Punkt. Der Netzanschluss eines Wohnhauses verfügt nur über begrenzte Kapazitäten, welche im Wesentlichen von der Dimensionierung der Zuleitung ins Gebäude abhängen. Dieser Netzanschluss versorgt sowohl die Wohneinheiten, als auch unter Umständen auch Gewerbeimmobilien mit Energie. In den meisten Fällen gibt es mehr oder weniger große Restkapazitäten. Sind diese erschöpft, so wird der Netzbetreiber den Anschluss weiterer Wallboxen untersagen. Werden die Wallboxen nicht angemeldet, so fehlt für die bezogenen Ladeleistungen jegliche Übersicht. Das führt nicht selten zu einer Überlastung der Leitungen, bzw. zum Ausfall wegen durchgebrannten Sicherungen. Um die Strukturen zu festigen und um Klarheit in Thematik zu bringen, kam es jetzt zu einer Neuformulierung des Gesetzes. Bei vorhandenem Interesse an Ladelösungen innerhalb der WEG ist dem Nutzer weiterhin gestattet eine Ladeinfrastruktur zu errichten. Der wesentliche Unterschied besteht jedoch darin, dass die Gemeinschaft dazu angehalten ist, eine einheitliche Lösung zu generieren. Genauer heißt das, dass die Gemeinschaft definiert, WIE eine Lösung auszusehen hat. Genau an diesem Punkt kommen Begrifflichkeiten wie „Gemeinschaftslösung“ und „Lastmanagement“ ins Spiel. Intelligente Lastmanagement-Systeme haben den Vorteil, dass die Wallboxen miteinander kommunizieren und sich eine vorgegebene Leistung gleichmäßig aufteilen, ohne dass der Netzanschluss dabei überlastet wird. Auf diese Weise können sämtliche Elektroautos einer Tiefgarage gleichmäßig über den Tag und die Nacht aufgeladen werden. Ein zuverlässiger Anbieter solcher intelligenter Wallboxen ist der skandinavische Anbieter easee (*Hier füge ich einen Link zur Produktbeschreibung von easee auf unserer Homepage ein*), der nicht nur durch innovativste Technik, sondern auch mit einem zeitlosen Design überzeugt.

Mieter haben also nach wie vor das Anrecht auf eine Wallbox, allerdings muss die Art und Weise der Verbauung dieser Ladeinfrastruktur von der WEG abgestimmt werden. Stimmt die Mehrheit der Eigentümer für den Aufbau einer gemeinschaftlichen Ladeinfrastruktur, so muss sich, anders als zuvor, die gesamte WEG der Entscheidung fügen. Die Meinung einzelner Parteien hat somit keine Entscheidungskraft mehr. Nicht selten hat diese Problematik schon zur ein oder anderen Auseinandersetzung innerhalb der WEG geführt. Mieter, die schon vor der Neuformulierung des Gesetzes Geld in die Installation einer Wallbox investiert haben, sehen sich nun nicht in der Pflicht sich an den Kosten für eine neue Ladeinfrastruktur zu beteiligen. Denn im Zweifel müssen zuvor installierte Wallboxen samt Leitung wieder zurückgebaut werden. Dieses Problem wird in Zukunft noch öfter auftauchen und stellt WEGs vor große Herausforderungen. Mit ein wenig Einfühlungsvermögen kann ein Grundverständnis dafür geschaffen werden, warum eine Gemeinschaftslösung langfristig gesehen nicht nur die nachhaltigere-, sondern auch die günstigere Lösung ist.

Steht ihre WEG derzeit vor der gleichen Herausforderung, helfen wir Ihnen gern dabei ein Verständnis für die Notwendigkeit eines nachhaltigen Lademanagements zu geben. Kontaktieren Sie uns dazu gern einfach per Mail unter info@quartiervolt.de

 

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